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Stammtisch: Klassenkampf oder Konsumkritik?

Die Polkappen schmelzen und der Meeresspiegel steigt, Nordrhein-Westfalen war dieses Jahr unter Wasser gewesen und Südeuropa stand in Flammen – eines ist klar: es gibt keinen seriösen, wissenschaftlichen Zweifel mehr daran, dass die derzeitige ökologische Krise ernstlich ist. Wenn die Menschheit nicht schnell einlenkt und den Kohlendioxidausstoß rigoros verringert, um den Klimawandel somit zu stoppen, werden wir auf einen Kollaps der Ökosysteme zurasen.

Die politischen Antworten, wie der Klimawandel effektiv zu bekämpfen ist, fallen indes höchst unterschiedlich aus. Einzelne Vertreter*innen der Klimaschutzbewegung und Befürworter*innen einer „Postwachstumsökonomie“ versuchen mittels moralischer Appelle das individuelle Konsumverhalten der Bürger*innen zu verändern beziehungsweise zu verringern, um so die Klimakatastrophe aufzuhalten. Und tatsächlich führt uns der Earth Overshoot Day (oder „Erdüberlastungstag“) jedes Jahr vor Augen, dass wenn die gesamte Weltbevölkerung so viele natürliche Rohstoffe verbrauchen würde, wie die Länder des globalen Nordens und Westens, wir insgesamt drei Erden bräuchten, um diese zu versorgen.

Vertreter*innen eines ökosozialistischen und antikapitalistischen Politikansatzes kritisieren diesen Fokus auf den individuellen Konsum hingegen scharf. Solche Appelle an das individuelle Konsumverhalten dienten dazu, von den wahren Ursachen für die Klimakrise abzulenken. In Wirklichkeit lägen diese nämlich nicht bei individuellen Akteuren, sondern im derzeit herrschenden kapitalistischen Wirtschaftssystem, dessen einziges Ziel die Erzielung des maximalen Profits für die Kapitalistenklasse sei. Produziert werde unter kapitalistischen Rahmenbedingungen folglich nicht so ressourcenschonend und so nachhaltig wie möglich, sondern so billig – das heißt: so dreckig – wie möglich. Anschaulich wird diese Tatsache dadurch, dass den Konzernbossen des US-amerikanischen Ölriesen ExxonMobile bereits in den 1970er Jahren die katastrophalen Auswirkungen des durch fossile Brennstoffe verursachten Klimawandels bekannt waren. Statt diese Erkenntnisse zu veröffentlichen und die Ölförderung aufgrund der nun bekannt gewordenen schädlichen Wirkung auf das Klima einzustellen, machte die Chefetage des US-Ölunternehmens aber weiter, weil ihr das kurzfristige Profitinteresse wichtiger war als das Wohl – ja selbst das Überleben – der gesamten Menschheit.

Das Mittel der Wahl für die Verfechter*innen eines antikapitalistischen beziehungsweise ökosozialistischen Ansatzes in der Klimapolitik ist demnach der Klassenkampf, also die kollektive Organisation der breiten Masse der Lohnabhängigen, um so das Interesse der übergroßen Mehrheit am eigenen Überleben gegen die Profitinteressen einer kleinen Minderheit an Kapitalisten durchzusetzen.

Wie ist die Klimakrise aufzuhalten? Durch Konsumkritik oder Klassenkampf? Über diese und verwandte Fragen möchte der Gifhorner Kreisverband der Partei DIE LINKE mit Euch in gemütlicher Atmosphäre bei einem Getränk am 11.11 ab 19 Uhr im Mr. Barman's in Gifhorn diskutieren!

Bittet beachtet, dass im Mr. Barman's ausschließlich die 2G-Regel gilt.