Rede: Nachnutzungskonzept der Kita Katharina-von-Bora als Haus der Generationen
Rede unserer Ratsfrau Sandra Zecchino im Rate der Stadt Gifhorn
Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister,Liebe Kolleg:innen, liebe Presse und natürlich liebe Besucher:innen
wenn wir heute über das Haus der Generationen sprechen, dann entscheiden wir nicht nur über die Nachnutzung einer ehemaligen Kindertagesstätte.
Wir entscheiden darüber, wie wir das Zusammenleben in unserer Stadt gestalten wollen.
Für mich ist die Südstadt mehr als ein Stadtteil. Ich bin dort aufgewachsen und lebe heute wieder dort. Deshalb weiß ich: Die Menschen dort definieren ihren Stadtteil nicht über Vorurteile oder Statistiken. Sie erleben ihn jeden Tag als Nachbarschaft, als Zuhause und als Ort, an dem Menschen füreinander da sind.
Gerade deshalb freue ich mich über die Entwicklung, die wir in den vergangenen Jahren in der Südstadt angestoßen haben.
Mit der Grille, der KVHS, den Sportanlagen, dem Basketballplatz und dem neuen Bildungscampus entstehen nicht einfach neue Einrichtungen.
Es entstehen Orte, an denen Menschen zusammenkommen können.
Und genau solche Orte entscheiden darüber, wie sich ein Stadtteil entwickelt.
Denn eine lebenswerte Stadt entsteht nicht allein durch Gebäude. Sie entsteht dort, wo Menschen sich begegnen, miteinander ins Gespräch kommen und Verantwortung füreinander übernehmen.
Das Haus der Generationen kann genau so ein Ort werden.
Natürlich ist es bedauerlich, dass die Kindertagesstätte schließen musste. Eine Kita ist immer mehr als nur ein Gebäude. Sie ist ein Ort des Aufwachsens, des Lernens und der Gemeinschaft.
Umso wichtiger ist die Frage, was an ihre Stelle tritt.
Die Antwort, die die Verwaltung mit diesem Konzept gibt, überzeugt uns grundsätzlich.
Ein offenes Haus für Menschen aller Generationen. Ein Ort für Begegnung, Beratung, gemeinsames Lernen und gegenseitige Unterstützung. Ein Ort, an dem Menschen unabhängig von Alter, Herkunft oder Lebenssituation willkommen sind. Gerade in einer vielfältigen Nachbarschaft wie der Südstadt ist das eine große Chance.
Aber eines ist für uns ebenso klar:
Ob dieses Haus ein Erfolg wird, entscheidet sich nicht an seinen Wänden.
Es entscheidet sich daran, ob Menschen sich dort willkommen fühlen.
Ob Kinder hier spielen und lernen.
Ob Jugendliche eigene Ideen entwickeln.
Ob Senior:innen Kontakte knüpfen.
Ob Nachbar:innen sich gegenseitig unterstützen.
Kurz gesagt: Ob aus einem Gebäude ein lebendiger Ort wird.
Dafür braucht es mehr als eine gute Konzeption.
Es braucht Menschen, die sich engagieren.
Es braucht Vereine und Initiativen.
Es braucht eine Verwaltung, die begleitet.
Und es braucht einen Rat, der bereit ist, soziale Infrastruktur dauerhaft zu unterstützen.
Denn wir investieren als Kommune nicht nur in Straßen oder Gebäude.
Wir investieren auch in das, was unsere Stadt zusammenhält.
Orte, an denen Menschen sich begegnen können, gehören für uns genauso zur öffentlichen Daseinsvorsorge wie Schulen, Spielplätze oder Sportanlagen.
Deshalb ist es richtig, dass die Menschen im Quartier dieses Haus mitgestalten sollen. Die besten Ideen entstehen selten im Rathaus. Sie entstehen dort, wo Menschen ihren Alltag leben. Beteiligung bedeutet deshalb nicht nur, Angebote zu nutzen, sondern sie selbst mitzuentwickeln.
Kommunalpolitik entscheidet oft über scheinbar kleine Dinge.
Über ein Gebäude.
Über einen Platz.
Über einen Raum.
Tatsächlich entscheidet sie aber darüber, wie Menschen zusammenleben.
Die Südstadt braucht keine Vorurteile.
Sie braucht Chancen.
Das Haus der Generationen ist eine solche Chance.
Deshalb werden wir der Vorlage zustimmen und wünschen uns, dass aus diesem Konzept ein Ort entsteht, der von den Menschen der Südstadt mit Leben gefüllt wird – heute, morgen und noch viele Jahre darüber hinaus.
Vielen Dank.
