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Rede: Sängerheim Gifhorn: Umgestaltung zum "Haus der Vereine"

Rede unserer Ratsfrau Sandra Zecchino im Rate der Stadt Gifhorn

Sehr geehrter Herr Vorsitzender, Herr Bürgermeister,Liebe Kolleg:innen, liebe Presse und natürlich liebe Besucher:innen
 

Kommunalpolitik wird oft mit Straßen, Gebäuden oder Haushaltszahlen verbunden. Dabei gerät leicht aus dem Blick, worauf eine Stadt eigentlich aufgebaut ist: auf die Menschen, die sich tagtäglich einbringen und Verantwortung übernehmen.

Es sind die Menschen, die nach Feierabend das Fußballtraining leiten, im Chor singen, Theater spielen, Kinder und Jugendliche betreuen, Veranstaltungen organisieren oder sich in ihrer Nachbarschaft engagieren. Sie sorgen dafür, dass unsere Stadt lebendig bleibt. Deshalb sprechen wir heute nicht einfach über das ehemalige Sängerheim – wir sprechen darüber, welche Rahmenbedingungen wir denjenigen bieten, die einen großen Teil ihrer Freizeit in das Gemeinwohl investieren.

Viele Vereine leisten Großartiges und stoßen dabei immer wieder an ganz praktische Grenzen. Es fehlen Räume für Vorstandssitzungen, Mitgliederversammlungen oder kleinere Veranstaltungen. Mit dem Haus der Vereine greifen wir genau dieses Problem auf und schaffen gleichzeitig die Möglichkeit, dass Vereine enger zusammenrücken.

Denn wenn öffentliche Räume gemeinsam genutzt werden, geht es nicht allein darum, Flächen effizient zu nutzen oder Kosten zu sparen. Es geht vor allem darum, Begegnungen zu ermöglichen. Vielleicht entsteht aus einem Gespräch auf dem Flur ein gemeinsames Projekt. Vielleicht unterstützt ein etablierter Verein einen neu gegründeten oder es entwickeln sich Kooperationen, die ohne diesen gemeinsamen Ort nie entstanden wären.

Genau darin liegt aus unserer Sicht die eigentliche Stärke des Hauses der Vereine.

Wir betonen in diesem Rat immer wieder, wie unverzichtbar das Ehrenamt für unsere Stadt ist. Heute haben wir die Gelegenheit, dieser Wertschätzung ganz konkret Ausdruck zu verleihen, indem wir den Vereinen nicht nur danken, sondern ihnen bessere Rahmenbedingungen für ihre Arbeit schaffen.

Dabei ist uns wichtig, dass dieses Angebot tatsächlich allen anerkannten Vereinen offensteht – unabhängig von ihrer Größe oder ihrem Tätigkeitsbereich. Gerade kleinere Vereine verfügen häufig nicht über eigene Räumlichkeiten und profitieren besonders von einem solchen Angebot. Ebenso entscheidend ist ein transparentes und unkompliziertes Buchungssystem, das eine faire Nutzung ermöglicht.

Ein weiterer Punkt liegt uns besonders am Herzen: Die Nutzungskosten müssen so gestaltet werden, dass sie kein Hindernis für ehrenamtliches Engagement werden. Wer seine Freizeit investiert, um unsere Stadt lebenswerter zu machen, sollte dafür nicht noch finanzielle Hürden überwinden müssen. Das Ehrenamt entlastet unsere Gesellschaft jeden Tag in einem Umfang, den man kaum beziffern kann. Diese Leistung verdient Unterstützung – auch ganz praktisch.

Für uns als Linke gehört eine starke Vereinslandschaft zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Vereine organisieren nicht nur Freizeitangebote. Sie bringen Menschen zusammen, fördern demokratische Teilhabe, schaffen Gemeinschaft und vermitteln vielen das Gefühl, Teil unserer Stadt zu sein.

Deshalb ist das Haus der Vereine für uns weit mehr als eine Immobilie. Es ist ein sichtbares Zeichen der Wertschätzung gegenüber all den Menschen, die Gifhorn Tag für Tag mit ihrem Engagement bereichern.

Denn eine starke Stadt erkennt man nicht daran, wie viele Gebäude sie besitzt. Sie erkennt man daran, wie gut sie diejenigen unterstützt, die ihre Zeit, ihre Ideen und ihre Kraft für das Gemeinwohl einsetzen.

Aus diesem Grund stimmen wir der Vorlage gerne zu und hoffen, dass aus dem Haus der Vereine ein Ort wird, an dem Zusammenarbeit wächst, neue Ideen entstehen und das Ehrenamt in Gifhorn dauerhaft gestärkt wird.

Vielen Dank.

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