Schulstart bei Hitze: Schulhöfe müssen kühler werden
Dieter Michel-Weinreich (Die Linke) fordert klimafreundliche Schulhöfe im Landkreis Gifhorn
Die Sommerferien sind vorbei, die Schulen starten wieder; und gerade an heißen Tagenzeigt sich, wie sehr unsere Schulen auf die Folgen des Klimawandels vorbereitet sein müssen. Dieter Michel-Weinreich ist seit zehn Jahren kommunalpolitisch im Landkreis Gifhorn und in der Samtgemeinde Meinersen aktiv. Als langjähriger Kommunalpolitiker setzt er sich dafür ein, konkrete Probleme vor Ort zu erkennen und anzugehen.
„Eine Pause soll Kindern die Möglichkeit geben, sich zu bewegen, zu spielen und den Kopf freizubekommen. Wenn große Teile eines Schulhofs aus Asphalt bestehen und sich in der Sonne massiv aufheizen, wird das schwierig“, sagt Michel-Weinreich. Gerade an heißen Tagen brauche es Orte, an denen Kinder im Schatten sitzen, sich bewegen oder ihre Pause verbringen können. „Deshalb müssen wir genauer hinschauen, wo wir Schulhöfe entsiegeln, Bäume pflanzen und mehr Grün schaffen können“, sagt Michel-Weinreich, der bei der Kommunalwahl am 13. September erneut für Die LINKE kandidiert.
Hohe Temperaturen können die Konzentration beeinträchtigen und das Lernen erschweren. Eine aktuelle wissenschaftliche Übersichtsarbeit zu Kindern und Jugendlichen kommt zu dem Ergebnis, dass höhere Temperaturen generell mit schlechteren schulischen Leistungen verbunden sind. Besonders stark heizen sich versiegelte Flächen auf: Auf einem Schulgelände wurden am Nachmittag 53,5 Grad Celsius auf Asphalt und 35,1 Grad auf Rasen gemessen. Auch Schatten macht einen deutlichen Unterschied: Bei 27 Grad Lufttemperatur erreichten unbeschattete Flächen auf Schulhöfen im Durchschnitt 52,8 Grad. Wie stark sich ein Schulhof aufheizt, hängt deshalb auch davon ab, wie wir ihn gestalten.
Michel-Weinreich fordert deshalb, Schulhöfe im Landkreis gezielt auf ihre Hitzebelastung zu überprüfen. Wo es möglich ist, sollten versiegelte Flächen entsiegelt und begrünt, Bäume gepflanzt und Schattenbereiche geschaffen werden. Wo auf versiegelte Flächen nicht verzichtet werden kann, können wasserdurchlässige Beläge die Aufheizung reduzieren und Regenwasser vor Ort aufnehmen. „Klimaanpassung darf nicht erst dann beginnen, wenn der nächste Hitzerekord erreicht ist. Wir müssen unsere Schulhöfe jetzt darauf vorbereiten.“
Auch die Schülerinnen und Schüler selbst sollten bei der Gestaltung ihrer Schulhöfe zu Wort kommen. „Wer jeden Tag auf dem Schulhof ist, kann sehr genau sagen, wo es im Sommer zu heiß ist und welche Veränderungen sinnvoll wären. Für mich gehört es zu einer sozialen und demokratischen Kommunalpolitik, diese Erfahrungen ernst zu nehmen und die Menschen vor Ort einzubeziehen“, sagt Michel-Weinreich. Deshalb sollten Schülerinnen und Schüler bei der Planung und Gestaltung ihrer Schulhöfe von Anfang an mitreden können.
Schulhöfe sollten Orte bleiben, an denen Kinder gut lernen, sich erholen und gemeinsam Zeit verbringen können. Für Michel-Weinreich bedeutet das eine Kommunalpolitik, die Probleme vorausschauend angeht, statt erst zu reagieren, wenn sie akut werden. „Heiße Tage werden künftig zum Schulalltag gehören. Deshalb sollten wir unsere Schulhöfe darauf vorbereiten, bevor die nächste Hitzewelle kommt.“
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Quellen zu den Temperaturangaben: Feldmessungen auf einem Schulgelände in Lubbock, Texas, veröffentlicht in Building and Environment; Übersichtsstudie zu thermischen Bedingungen auf Schulhöfen in Atmosphere.
Quelle zum Zusammenhang zwischen Temperatur und schulischer Leistung:Umerani et al., Climate, Classrooms, and Children: A Systematic Review of Temperature-Related Impacts on Academic Performance, Journal of School Health, 2026.

